Gustl-Gromes-Camerata

Kammerorchester in Griesheim-St. Stephan

Historie

 

Rückblick auf das Leben und das musikalische Wirken von 

Gustl Gromes

 

(geschrieben von Johann Mesch)

 

Gustl Gromes wurde am 9. Dezember 1928 in Mährisch-Schönberg geboren. Mit seiner Familie musste er, wie viele andere, nach Kriegsende seine Heimat verlassen und fand schließlich im heutigen Griesheim, der damaligen „Siedlung am Sand“, eine Heimat für die Zukunft.

Schon früh fand er zur Musik durch das Erlernen des Geigenspiels. In der neuen Heimat, die im Grunde noch allen fremd war, gründete Familie Gromes zusammen mit anderen Freunden die „Adalbert-Stifter-Gruppe“. Hier sollte das Brauchtum der alten Heimat, vor allem Lieder und Tänze, gepflegt werden. Später kamen auch noch junge Leute aus anderen Landsmannschaften hinzu.

Der Chor der Adalbert-Stifter-Gruppe wurde zunächst von Burgl Rogler-Gromes, der Schwester von Gustl Gromes, geleitet. Später übernahm Gustl Gromes selbst den Chor. Gleichzeitig wurde auch eine Instrumental-Gruppe gegründet, die im Wesentlichen aus Streichern bestand. Auch diese Gruppe wurde von Gustl Gromes geleitet. Einigen Mitgliedern der Streichergruppe erteilte er persönlich Geigen-Unterricht. 

Gustl Gromes studierte inzwischen an der Frankfurter Hochschule für Musik und schloss das Studium mit einer Ausbildung für das Streichinstrument Viola ab.

Für den Chor der Adalbert-Stifter-Gruppe komponierte er zahlreiche vierstimmige Chorsätze für die wunderschönen alten Volkslieder aus der „alten“ Heimat. In seinen letzten Lebensjahrzehnten suchte er sich Sprüche zu Lebensweisheiten aus den verschiedensten Bereichen und von vielen Schriftstellern aus. Dazu erdachte er sich jeweils eine Kanon-Melodie. Bis Ende 2012 hatte er so 26 Hefte mit insgesamt 4.801 Kanons verfasst!


Nachdem nach der zweiten Generation die Adalbert-Stifter-Gruppe leider nicht mehr fortgeführt werden konnte, hatte Gustl Gromes inzwischen ein kleines Laienorchester geformt, in dem sich jüngere und ältere Mitglieder zum Musizieren zusammenfanden.

Dieses Laienorchester spielte im wesentlichen Stücke aus der Barockzeit, die an den kirchlichen Festtagen wie Weihnachten und Ostern in den Gottesdiensten der Kirche St. Stephan aufgeführt wurden. Zeitweise leitete Gustl Gromes daneben auch zwei Quartettgruppen, in denen leichte Stücke der Klassik und Romantik eingeübt wurden

Gustl Gromes hat unser Musizieren mit großem Einfühlungsvermögen begleitet. Er hat es verstanden, Alt und Jung bei unterschiedlichem technischem Niveau Freude an der Musik zu bereiten.
Zum letzten Mal unter Gustl Gromes spielte das Orchester im Jahr 2012 im Weihnachtsgottesdienst. Obwohl Gustls Gesundheitszustand bereits deutliche Anzeichen der Schwäche zeigte, lebte er beim Musizieren wieder wie immer auf und zog alle in seinen musikalischen Bann.

Am 28. Dezember 2012 rief ihn dann der liebe Gott unerwartet aus dem irdischen musikalischen Paradies zu sich in das himmlische Paradies.

Zum Gedenken an Gustl Gromes heißt unser kleines Orchester jetzt:

Gustl-Gromes-Camerata